Recherche bedeutet, sich Informationen zu einem bestimmten Thema zu beschaffen. Diese Freiheit ist grundlegender Bestandteil im Presserecht und das A und O für einen Journalisten.
Neben Recherchen in öffentlich zugänglichen Dokumenten hat man es oft mit Personen zu tun, bei denen man auf freiwillige Auskünfte angewiesen ist. So können Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Verbände durchaus jegliche Auskünfte verweigern. Wenn das passiert, hat der Journalist schlechte Karten.
Das muss aber nicht sein. Oft wirken ein seriöses Auftreten und etwas Fingerspitzengefühl wahre Wunder. Wenn ihr also mit einem Recherchetelefonat an Informationen kommen wollt, solltet ihr euch eurem Gegenüber vernünftig vorstellen anstatt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Wenn man weiß, mit wem man spricht, ist das immer angenehmer als mit einem Namenlosen zu telefonieren.
Ob ihr dabei erwähnt, dass ihr Journalist seid oder nicht, hängt vom Thema und der Situation ab. Grundsätzlich müsst ihr euch bei der reinen Recherche nicht als Journalist outen. Werdet ihr zukünftig jedoch häufiger mit der entsprechenden Person ins Gespräch kommen, z. B. mit dem Pressesprecher des örtlichen Energieversorgers, kann es nicht schaden, wenn derjenige weiß, wer ihr seid.
Ansonsten gilt, der Ton macht die Musik. Ihr wollt etwas von eurem Gesprächspartner, also schafft eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Auch wenn kritische Fragen anstehen, kann man diese vernünftig stellen, ohne den Gesprächspartner vor den Kopf zu stoßen oder in die Enge zu treiben.
Ein gesunder Menschenverstand kann in allen Situationen helfen, den richtigen Ton zu treffen. Dann lassen auch die gewünschten Informationen nicht lange auf sich warten.