Genau genommen führen Journalisten ständig Interviews, nur heißen sie nicht immer so. Jeder Anruf bei einer Behörde oder einem Experten, Augenzeugen oder ähnlichem ist ein kurzes Interview. Zu erklären, wie man ein wirklich gutes Interview führt, würde hier den Rahmen sprengen. Nicht umsonst gibt es dazu unzählige Bücher. Aber ein paar Tricks der Interviewführung, die auch für kurze Recherchegespräche nützlich sind, können wir euch geben:
Fall eins: Interview mit einem Schweigsamen
Euer Gesprächspartner lässt sich jeden Satz aus der Nase ziehen. Von allein bekommt ihr von ihm keine Informationen. Hier hilft es Fragen zu stellen, die als Antwort mehr als “Ja” oder “Nein” verlangen. Das sind sogenannte offene Fragen.
Beispiel: “Was plant das Schulamt, um die Ausstattung der Schulen zu modernisieren?” Statt: “Plant das Schulamt etwas, um die Ausstattung der Schulen zu modernisieren?”
Fall zwei: Interview mit einem Vielredner
Euer Gesprächspartner redet ohne Punkt und Komma. Im besten Fall erhaltet ihr dabei auch noch brauchbare Informationen. Normalerweise gehen seine Antworten aber weit an eurem Interviewziel vorbei. Hier hilft es, geschlossene Fragen zu stellen, also Fragen, auf die euer Gegenüber nur mit “Ja” und “Nein” antworten kann. Fängt er danach wieder an, abschweifende Selbstgespräche zu führen, ist hier auch unterbrechen erlaubt. Im Notfall, wenn ihr ihn gar nicht anders unter Kontrolle bekommt: Fragen schriftlich fixieren und um Antwort per Mail bitten.