Klar, Journalisten schreiben Texte. Aber damit diese Texte zu Artikeln werden, brauchen sie mindestens eine Überschrift (gilt übrigens auch fürs Radio und fürs Fernsehen, auch da werden Headlines gesprochen). Meistens kommt zu der Überschrift auch noch eine Unterzeile und ein Vorspann und damit wird es richtig schwierig, denn im Grunde gilt: Je kürzer, desto schwerer. So ist es viel einfacher, einen guten Text zu schreiben, als dazu eine gute Überschrift zu finden.
Überschriften
Sollen gleich zwei Dinge auf einmal können: Neugierig machen auf den Text, der folgt und diesen kurz nachrichtlich zusammenfassen. Das Problem: Zu nachrichtliche Überschriften wirken langweilig.
Bsp: Weitere Tageszeitungen bankrott wegen Medienkrise
Allzu rätselhafte Überschriften sind aber auch gefährlich, weil sie die Leser ratlos zurücklassen und ratlose Leser lesen höchstens noch den Anfang eines Textes. Werden sie da nicht gleich darüber aufgeklärt, wroum es eigentlich geht, hat der Journalist den Text umsonst geschrieben.
Bsp: Sterben im Blätterwald
Unterzeile
Unterzeilen gibt es bei den meisten Zeitungen und auch bei vielen Zeitschriften. Sie sind etwas länger als die Überschriften und immer! nachrichtlich. Sie können eine kryptische Überschrift auffangen.
Bsp: Überschrift: Sterben im Blätterwald, Unterzeile: In Amerika schließen weitere Zeitungen wegen der Medienkrise
Vorspann oder auch Lead
Den Vorspann haben einige Zeitungen inzwischen abgeschafft. Für die Leser ist er aber eine gute Orientierung, denn er fast in wenigen Sätzen das wichtigste des Textes, also die Nachricht darin, zusammen. Aber Achtung: Wer im Lead zu viel sagt, vermittelt dem Leser das Gefühl, alles zu wissen und riskiert, dass der Text nicht mehr gelesen wird. Deshalb ruhig halboffen enden.
Bsp:
Überschrift: Sterben im Blätterwald, Unterzeile: In Amerika schließen weitere Zeitungen wegen der Medienkrise
Vorspann: Nach der renomierten XY Post und der ABC Times geben nun auch der KG Enquire und die PZ Sun auf. Schuld am Konkurs seien die unerwartet hohen Umsatzeinbußen durch die Medienkrise. Experten zufolge aber hätten die Blätter durch ein klügeres Management und eine bessere Personalpolitik gerettet werden können. Nun drohen rechtliche Konsequenzen.